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T. von Rothschütz
Treu

... Wäre ein Maler vorbei gekommen, hätte er vielleicht von den beiden Kindern ein Bild gemalt, die da so sorglos nahe am Rand des Abhanges auf dem Boden lagen, eifrig mit einfachstem Spielzeug beschäftigt. Vielleicht hätte er sie auf die Gefahr aufmerksam gemacht, in der sie schwebten. Aber die Kinder in den Bergen sind Abgründe und schmale Fusspfade gewöhnt. So liess Friedel die kleine Ursel um sich herum spielen, froh, dass sie endlich die Pflaumen vergessen hatte. Aber heute war Ursel ungewöhnlich böse. Kaum hatte sie das Wägelchen aus Papier in ihren Händen, war ihre Freude auch schon vorüber. Die alte Unart kam wieder zum Vorschein. Mit einem Griff hatte sie die ganze Arbeit ihres Bruders zerstört. Friedel stand für einen Augenblick wie versteinert da, dann entriss er ihr das zerdrückte Zeitungsblatt. Er war mit seiner Geduld am Ende. Durch Worte konnte er seinen Zorn nicht ausdrücken ... Ein Schlag – ein Stoss nach dem kleinen Wesen, von dem er sich drei Jahre lang hatte tyrannisieren lassen – und dann war Ursel plötzlich verschwunden, den Abhang hinabgestürzt. Ein paar mal sah er noch das rote Röckchen hier und da zwischen den Sträuchern und Felsen leuchten – dann schlug er entsetzt die Hände vor die Augen, denn in der nächsten Sekunde musste das Kind unten angelangt und in das steinige Bett des wild dahinstürzenden Baches gefallen sein ...


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Freitag10Februar

Viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes des Christus sind.

Philipper 3,18

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